Vegan

Friede, Freude, Eierkuchen, ohne Ei und Milch!

Von A.Renker am 09.03.2019 19:25:42+02:00
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Eine Woche ohne Fleisch und Fisch leben, das erscheint für einen Großteil der deutschen Bevölkerung wohl unmöglich. Aber wie sollen dann erst 7 Tage komplett ohne tierische Lebensmittel aussehen, wenn vegetarisch schon nicht machbar ist? Ich, Alina Renker, Schülerin der 9. Klasse am Ludwigsgymnasium in Köthen, habe den Versuch gewagt und mich eine ganze Woche lang vegan ernährt. Logischer Weise ist der Anfang kein Zuckerschlecken für einen Normalernährer wie mich gewesen. Dabei ist besonders der Start in den Tag nicht einfach, denn der morgentliche Kakao muss weg gelassen werden. Natürlich kann man Kakaopulver in pflanzlicher Milch lösen, das ist allerdigs nur eine Option, wenn man mit einem mehligen Geschmack klar kommt. Als leidenschaftlicher Kakaotrinker ist das ein harter Schlag für mich, und es sollte nicht bei nur einem bleiben. Das Müsli, ungesüßt, also im Prinzip nur Weizen, schwimmt wie aufgepuffte Reiskörnchen in fast geschmackloser Hafermilch, die mit fast geschmacklos noch mehr Geschmack hat als Mandelmilch. Eine Zartbittercreme soll einen Nutellaersatz darstellen, welcher nicht mal schlecht gelungen ist, ja sogar sehr lecker, doch am dritten Morgen bin ich auf die Idee gekomme, mal auf die Zutatenliste zu schauen. Mein Blick fällt sofort auf eine kleine Wortgruppe in der unteren Ecke:,,Kann Spuren von Milch enthalten“, gleich daneben allerdings das grün eingeramte Wort ,,Vegan“. Wie solch zwei widersprüchliche Aussagen auf ein und demselben Produkt stehen können, wird für die gemeine Bevölkerung wohl so ein großes Rätsel bleiben, wie was eher gekommen ist: das Huhn oder das Ei, für Veganer wahrscheinlich das Huhn. Tatsächlich gibt es mehr warme als kalte Speisen, die vegan sind, wenn man dabei nicht von rohem Obst und Gemüse ausgeht. Sogar vegane Nuggets kann man im Kühlregal finden. Vegane Gerichte hören sich zu meist sehr skuril an und man möchte kaum glauben, dass diese Gerichte tatsächlich sogar sehr gut schmecken und man nicht am liebsten noch eine Kelle Milch dran hauen möchte, Fleisch anbraten will oder das goße Verlangen hat, Käse drüber zu streuen, auch wenn dieses bei Nudelgerichten schon sehr stark ist. Ja, Nudelgerichte kann man als Veganer essen und es ist nicht notwendig, eine teure und neumodische Hipster-Nudelvariante zu kaufen, denn es ist reine Geldmacherei von Unternehmern auf schlichte Hartweizennudeln ,,Vegan“ zu schreiben. In diesen Nudeln ist kein Ei drin und keine Milch, wie einige Menschen zu wissen meinen. Nicht nur für Nudelliebhaber, aber auch für Keksjunkees soll diese Woche nicht gerade schlecht sein, denn mit veganen Keksen kann man sich in den 7. Himmel essen. Diese ganze Woche hat mir zwar sehr gefallen, da man einen total neuen Eindruck in eine völlig andere Lebensweise erhällt, einige der Gerichte werde ich bestimmt auch in Zukunft noch essen, aber ich bin sehr froh gewesen, als es wieder vorbei gewesen ist und der Kakao wieder raus geholt werden kann. Der Supermarkt leistet auch ein sehr gutes Timing, denn am Ende der Woche ist pünktlich der alt bewehrte Gucci-Kakao, so wie ich den teuersten Kakao im Kühlregal nenne, im Angebot.

Alina Renker, 9c, Ludwigsgymnasium Köthen

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