Der Digitalschock kam schneller als gedacht….

v.l. Laura Fuchs, Ines Engelmann, Edwin Lux, Alexander Finze Foto: Natalie Schuhmann


Am Anfang des Jahres 2020 gab es die Bekanntgabe der Bundesweiten Schulschließungen. Auch das Ludwigsgymnasium in Köthen war schwer von Corona getroffen. Doch wie gestaltete sich das Lernen in dieser Zeit?
Durch die Schulschließungen waren Schüler und Lehrer gezwungen von zu Hause zu unterrichten. Doch dies gestaltete sich zuerst schwieriger als Gedacht.
Viele Lehrer wussten zu Beginn nicht, wie sie den Lernstoff vermitteln sollten. Schon der Umgang mit der Technik war für viele Lehrer kompliziert. Im weiteren Verlauf des Lockdowns war die Möglichkeit gegeben, Videokonferenzen zu halten. Dieses Angebot gestaltete sich aber schwierig, da einige Lehrkräfte nicht über eine ausreichende Ausstattung verfügten. „Das Konzept konnte ich leider nicht nutzen, da mir die technische Ausstattung fehlte. Ich besitze tatsächlich keinen Laptop, sondern lediglich einen festinstallierten PC, ohne Kamera, ohne Mikro,

was für meine alltägliche Arbeit vollkommen ausreicht.“, so eine Lehrerin des Ludwigsgymnasiums. Außerdem hatten viele Lehrer nicht die technischen Kenntnisse, um an den Online-Meetings teilzunehmen.
Unsere Befragungen haben ergeben, dass es im Vorfeld kaum bis keine Weiterbildungen im digitalen Bereich gab.
Allerdings waren auch viele Schüler betroffen. Bei einem großen Anteil der Schüler scheiterte es schon an brauchbaren Geräten. Viele hatten auch keine stabile Internetverbindung, vor allem die Schüler, die auf den Dörfern wohnen. Zu Beginn der Pandemie war es außerdem schwierig, die Aufgaben zu erhalten. Dazu stand nur die Schulhompage zur Verfügung. Später kam die EMU- Cloud des Landesbildungsservers dazu, diese hatte jedoch noch mit großen Störungen zu kämpfen und war zudem auch umständlich zu bedienen. „ Jedes mal, wenn man ein Fach aufmachen wollte, musste man ein Passwort und einen Code eingeben. Dies für jedes Fach extra war sehr umständlich, da jedes Fach einen anderen Code hatte.“, so eine Schülerin der 9. Klasse. Für einige war es viel zu viel Lernstoff, um ihn selbst zu erarbeiten. Es kam außerdem zu zahlreichen Verständnisproblemen während der Erarbeitungsphase seitens der Schüler. Viele Schüler meinten, dass die Kommunikation bei Fragen und Problemen über die Dienstmail in den meisten Fällen gut funktioniert hat. Jedoch kam es auch dazu, dass einige E-mails nicht ankamen, da das System überlastet war. Aus der Sicht vieler Schüler wurde das Konzept der Videokonferenzen von den Lehrern zu wenig genutzt. Jedoch gab es auch positive Rückmeldungen: „In Chemie haben wir uns jede Woche zu unseren normalen Unterrichtszeiten per Videokonferenz getroffen und Unterricht gemacht. Wir haben sogar den kompletten Stoff des Jahres geschafft, wie uns unsere Chemielehrerin mitteilte.“, berichtete ein Schüler der 9. Klasse.
Im Grunde kann man sagen, dass die Mehrheit der Schüler die Präsenz in der Schule bevorzugt, da sie dort mehr soziale Kontakte haben und nicht so stark abgelenkt sind wie zu Hause. Ein weiterer Punkt der aus der Sicht der Schüler für den Präsenzunterricht spricht ist, dass bei Problemen einfach und schnell der Lehrer gefragt werden kann.
Auch den Lehrern gefällt der Präsenzunterricht besser. Viele berichteten uns, dass der Distanzuntericht sie zusätzlich belastet hat, geistig als auch physisch. Auch viel es ihnen schwer, die richtige Menge an Aufgaben abzuschätzen und die richtige Formulierung zu finden damit sie von allen Schülern verstanden werden. Viele Lehrer beklagten, dass es sehr wenig Rückmeldungen von den Schülern gab. Auch den Lehrern fehlte der soziale Kontakt zu den Schülern und sehr viele sind froh wieder in der Schule sein zu dürfen.
Mittlerweile kam es auch zu Verbesserungen.
Die Aufgaben und die Kommunikation mit den Lehrern ist nun in der App „Moodle“
zusammengefasst. Dadurch ist nun ist eine strukturiertere Übermittlung der Aufgaben möglich. Ziemlich jede Lehrkraft hat nun in Sachsen Anhalt einen „Dienstrechner“ erhalten, um für weitere Lockdowns besser gewappnet zu sein. Es kam auch am Ludwigsgymnasium zur Installation eines W-LAN Netzwerkes. Dieses ist jedoch nicht flächendeckend und in nicht einer ausreichenden Signalstärke verfügbar.

Nach einiger Zeit gab es jetzt auch für Lehrer freiwillige Weiterbildungen, um den Lehrkräften die Einsatzmöglichkeiten des Computers und Internets näher zu bringen.
Für viele Schüler sind dennoch Verbesserungen nötig, um bei einem weiteren Lockdown besser zurechtzukommen.
Alexander Finze, Natalie Schuhmann, Laura Fuchs und Konstantin Huß

1 Kommentar zu „Der Digitalschock kam schneller als gedacht….“

  1. Da habt Ihr aber eine Menge Stoff zusammengetragen. Das Ergebnis ist ein sehr guter Situationsbericht zum Thema Schule in Zeiten der Pandemie. Was ich unter anderem davon mitnehme: Die beste Technik kann den Präsenzunterricht nicht ersetzen. Ich hoffe, ich habe Euren Text an der Stelle richtig verstanden. Wenn Ihr bei Gelegenheit noch mal den Text kritisch begutachten würdet: Ein paar Rechtschreibfehler haben sich eingeschlichen.

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