Traumberuf trotz Pandemie?

Dass Gastronomen, Hotelbetreiber und Co mit der aktuellen Situation zu kämpfen haben, ist den meisten bewusst. Es gibt jedoch auch Berufe, in denen es derzeit besser läuft als vor der Pandemie. Dazu gehört „eSport“ –den meisten Leuten kaum ein Begriff. Warum dieser in letzter Zeit einen immensen Zuwachs an Begeisterten gewonnen hat, lässt sich nicht allzu schwer erklären.

Von Florian R.

Unter eSport versteht man den sportlichen Wettkampf mit Videospielen. Diese Wettkämpfe finden meist in online-Videospielen oder in den online-Modi von Videospielen statt. Die Regeln legt die Programmierung des Spiels fest, der Veranstalter des Wettkampfesbestimmt alle Einschränkungen oder Erweiterungen.

Die Haupttätigkeit als eSportler besteht darin, Spiele an einer Konsole, auf Mobilgeräten oder am PC zu spielen. So wie sich Profisportler auf nur eine Sportart konzentrieren, spezialisiert man sich in der Regel für ein bestimmtes Multiplayer-Spiel. Je nach persönlichem Geschmack entscheidet man sich für ein Spiel wie Echtzeit-Strategie oder Sportsimulation, dass man dann jeden Tag für viele Stunden spielt. Der eSportler macht sich mit allen Spielelementen intensiv vertraut, sodass ihm alle Bewegungsabläufe und Steuerbefehle automatisch sowie reflexhaft von der Hand gehen. Durch tägliches Training vor dem Bildschirm arbeitet er je nach Spiel besonders an der Reaktions-und Handlungsschnelligkeit sowie Zielgenauigkeit. Und er studiert Strategien anderer Spieler und holt sich auf diese Weise neue Ideen für eigene Taktiken sowie Strategien, mit denen er seine Gegner überraschen und letztendlich besiegen kann.

Viele unterschätzen die Fähigkeiten, die man braucht, um ein Spiel professionell zu spielen. Doch vor allem junge Leute, die ohne hin schon viel Zeit vor den Monitoren verbringen und begeisterte Videospieler sind, bringen gute Voraussetzungen mit. Allerdings: man muss durchhalten, darf Lust und Laune nicht verlieren. Und wer fit ist, kann damit ordentlich Geld verdienen.

Für das Spielen von „FIFA 21” beispielsweise wird man in Deutschland nicht einmal schlecht bezahlt, das Durchschnittsgehalt bei einem eSportler liegt bei rund 4.000 € pro Monat. Dafür muss wie bei jedem anderen Beruf ein Vertrag unterschrieben werden in dem beispielsweise steht, an welchen Turnieren der Spieler teilnehmen muss oder welche Erfolge aufzuweisen sind, um sein volles Honorar zu erhalten. Der Betrag steigt jedoch oft, wenn die Spieler eine gewisse Reichweite auf diversen social Media -und Streamingplattformen erreicht haben. Hinzu kommen auch noch Sponsoren und Werbeverträge, weil viele Unternehmen die Möglichkeit sehen, ihre Produkte zu bewerben und daher auf den „eSports-Zug“ aufspringen.

Seit März ist das Corona-Virus auch in Deutschland präsent. Die Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung zwingen viele Menschen, sehr viel mehr Zeit in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Das betrifft die Arbeit wie die Freizeit. Im Internet herumzustöbern, ist die verbreitetste Art, für sich Alternativen zu finden und sich unterhalten zu lassen. Immer mehr kommen auf den eSport-Geschmack, gucken den Profis beim Spielen zu, lernen und versuchen es selbst. Durch den extremen Zuwachs an Zuschauern verdienen sich die Streamer ordentlich was dazu.

Je nach Reichweite verdienen manche Profis bis zu 50.000 € pro Monat. Dafür reicht dann allerdings nicht allein das Gutsein. Man muss sich selbst als Marke repräsentieren und eine bestimmte Zielgruppe erreichen. So sind für den deutschen FIFA-Content-Creator und eSportler EliasN97die Wettkämpfe nicht mehr ausschlaggebend, da er eine beachtliche Reichweite erlangen konnte.

Während andere Spieler 10 oder sogar 12 Stunden täglich trainieren, sei er hauptsächlich damit beschäftigt, sein Leben für seine social Media-Kanäle zu planen und seinen Zuschauern Content zu liefern. Vor allem in Zeiten der Pandemie habe er mehr zu tun, da mehr Zuschauer seine wöchentlichen Streams und Videos gucken. „Doch die Arbeit zahlt sich aus“, so der eSportler vom Verein Hertha BSC aus Berlin. „Meine Zuschauer zu erreichen, macht mir nicht nur Spaß, ich verdiene auch viel Geld durch sie.“

Ist das Sport? kann man fragen. Und trotz der beachtlichen Einkünfte: ist das ein Beruf? Zumindest erfordert es Schnelligkeit, strategisches Denken und Durchhaltevermögen. Das tägliche Maß an Arbeit gleicht einer Vollzeitbeschäftigung, die Einkünfte stellen im besten Fall die einer Fachkraft in den Schatten. Naheliegend, dass der eSport derzeit wächst und wächst. Und verständlich, dass er bei vielen jungen Leuten auf dem Zettel steht. eSport als Traumberuf klingt gar nicht mehr abwegig. Gut genug für einen Nebenverdienst, solange es Spaß macht, ist er auf jeden Fall. Bedenken sollte man allerdings die Schnelllebigkeit der Branche und dass die Erfahrungen, die man als eSportler sammelt, einen nicht unbedingt für einen Job außerhalb der Szene qualifizieren.

1 Kommentar zu „Traumberuf trotz Pandemie?“

  1. Lieber Florian, Du hast mich überrascht. Ich erfahre zu dem Thema eSport neue Dinge. Das hatte ich nicht unbedingt erwartet. Es bleibt nur eine Frage: Auf welche Quelle berufst Du Dich? Hast Du selbst mit EliasN97 gesprochen? Hast Du irgendwo abgeschrieben? Hast Du aus verschiedenen Quellen zitiert? Das muss Du zwingend angeben.

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