Wie wichtig der Wald wirklich ist

Jeden Freitag gehen tausende Schüler/Schülerinnen überall auf der Welt auf die Straßen und demonstrieren für ihre Zukunft. Co2 ist das große Stichwort. Ein Treibhausgas das unsere Erde jährlich mehr und mehr zum Schwitzen bringt. Eine Angst verbindet uns alle: Dass unser blau-grüner Planet in wenigen Jahren kein lebenswerter Ort mehr ist. Doch was kann man tun, außer Stunden auf den Straßen der Städte zu stehen und Plakate zu schreiben.

CO2 binden! Das klingt einfach, doch müssen wir auch aktiv damit beginnen. Schaut man in die Wälder des Harzes und der Region Mansfeld Südharz sitzt der Schrecken tief. War der Harz nicht unser Aushängeschild? Kilometerweit kein gesunder Wald zu sehen. Begonnen hat die Katastrophe im Januar 2018 mit dem Sturm Frederike, der weite Teile unseres Waldes niedergefegt hat. Danach folgte der regenärmste Sommer seit vielen Jahren. Darauf war niemand vorbereitet. Die wenigen Vorstreiter der Wald- und Forstwirtschaft konnten das Schlimmste nicht verhindern. Zu viele Bäume blieben im Wald zurück. Viele Flächen konnten nicht beräumt werden und bildeten die Lebensgrundlage eines kleinen Schädlings, den Borkenkäfer. Seit dem zweiten Weltkrieg gab es keine annähernd so große Massenvermehrung als zu Beginn des heißen Sommers 2018. Nun befällt er die übrig gebliebenen gesunden Fichtenbestände und verwandelt unseren immergrünen Wald in braunes Totholz. Wie konnte es soweit kommen und was kann jeder Einzelne tun?

Niemand kann einen Sturm verhindern oder eine Dürre mit der Gießkanne besiegen, auch unsere Politiker nicht. Seit den Landtagswahlen 2016 mit der Schwarz-Rot-Grünen Regierung wird Sachsen-Anhalt von einer grünen Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie regiert, deren Rücktritt schon mehrfach gefordert wurde. Was mit unserem Walde passiert und wie die Lösungen für unser regionales Problem aussehen, entscheidet sie.

Der Wald, der zerstört wurde, gehörte zum Großteil dem Land, also auch den Menschen, die hier leben. Wir atmen seine Luft. Wir genießen das saubere Wasser und den erholsamen Anblick.

Eine Pflanzaktion mit Beteiligung der Bevölkerung ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Schon lange wird durch das Ministerium für Landwirtschaft/Umwelt und Energie die Meinung geäußert, die Fichte sei ohnehin nicht zu retten. Es hat den Anschein, als wären diese Katastrophen gerade rechtzeitig gekommen, um am Harz ein Exempel zu statuieren, anstatt ihn zu retten. Lange schon wird die grüne Regierung für eine Brachlegung des Harzes und Erweiterung des Naturschutzgebietes Nationalpark Harz plädiert. Wer kürzlich einen Ausflug dorthin gewagt hat, wird bemerkt haben, dass dort in vielen Teilen nur noch Traurigkeit herrscht. Dieser Wald erholt sich auch in 20 Jahren nicht. Aber was ist mit der langfristigen Bindung von CO2. Holz ist die einzige Lösung für dieses Problem. Studien belegen, dass der bewirtschaftete und nachhaltig gepflegte Wald mehr CO2 bindet, als Naturschutz-Wald. Anstatt der Katastrophe seinen Lauf zu lassen, hätte man entscheidend handeln müssen. Die restlichen verbliebenen Bestände müssten geschützt werden und das noch nutzbare Holz hätte nachhaltig verwendet werden müssen. Holz welches als Werkstoff genutzt wird, ist ein CO2 Puffer. Nachwachsende Bäume speichern erneut CO2. In unserer Region lebt ein großer Wirtschaftszweig allein von der Fichte, die die grüne Regierung längst aufgegeben hat. Dabei findet diese Baumart im Harz durchaus gute Standorte und klimatische Bedingungen. Durch ihre relativ kurze Wachstumsphase kann sie große Mengen CO2 binden und eignet sich bestens als Bau- und Konstruktionsholz. Verliert die Region die Fichte, verlieren wir nicht nur einen wertvollen Rohstoff, sondern auch einen immergrünen Baum, der unsere Region und gerade den Harz besonders im Winter mit frischer Luft versorgt und für den steinigen Boden ein wichtiger Erosionsschutz ist. Unsere Region braucht politischen Rückhalt! Unsere Region braucht Menschen, die bereit sind einen kleinen Schritt Richtung CO2-Bindung zu tun und Jugendliche wie uns, die nicht nur freitags demonstrieren, sondern auch samstags einen neuen Wald pflanzen.

 

Von Henrik Schiffner und Franz Deutschmann, Klasse 8a Geschwister Scholl Gymnasium Sangerhausen

1 Kommentar zu „Wie wichtig der Wald wirklich ist“

  1. Lutz Würbach

    Vielen Dank für diesen flammenden Appell für unseren Wald. Da steckt viel „Herzblut“ drin, was einem Text nur aufwerten kann. Ich bin zwar kein Waldexperte, glaube aber, dass die Fichte nicht unbedingt zu den wertvollen Holzarten gehört. Aber das spielt letztlich nicht die große Rolle – Hauptsache ein Baum. Wenn ich etwas kritisch anzumerken habe, dann das: Im Journalismus gilt die Regel, dass Nachricht und Kommentar getrennt werden. In Eurem Text wird beides mehrfach vermischt. Aber das ist in diesem Fall ein Meckern auf hohem Niveau.

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