Hinter jedem Stein steckt eine Geschichte!

Stolpersteine der Familie Fleischmann/Bernstein

,,Ganz besonders aber soll die Gedenktafel Mahnung für unsere Jugend sein, sich mit diesem so schmerzlichen Kapitel deutscher Geschichte auseinander zu setzen und die richtigen Lehren für die Zukunft zu ziehen.“ Dieses Zitat des Oberbürgermeisters Klaus Czudaj vom 7. Mai 1995 haben wir beim Wort genommen und haben uns mit der Geschichte, die hinter vier Stolpersteinen aus Sangerhausen steckt, auseinandergesetzt. Die in die Straßen eingelassenen Steine dienen zur Ehrung, der im zweiten Weltkrieg unterdrückten, verfolgten und ermordeten Juden. Wir haben uns speziell mit der Geschichte der Familie Fleischmann bzw. Bernstein beschäftigt, deren Stolpersteine in der Hüttenstraße 26 zu finden sind. Der am 11. Dezember 1879 in Prichsenstadt (Unterfranken) geborene Otto Fleischmann und seine am 26. Januar 1878 in Köditz (Saalfeld) geborene Frau, Rosa Fleischmann (geborene Friedmann), führten einen Viehhandel in Sangerhausen und wohnten bis Mai 1939 in der Hüttenstraße 26. Jutta Bernstein (geborene Fleischmann) kam am 28. Januar 1911 in Sangerhausen als Tochter von Rosa und Otto zur Welt. Später lebte sie mit ihrem Mann, dessen Vorname unbekannt ist und ihrer Tochter Eva Mirjam Bernstein, welche am 2. April 1938 in Berlin (trotz sangerhäuser Wohnsitz) geboren wurde, in der Hüttenstaße 27. Dem Mann von Jutta bzw. dem Vater von Mirjam gelang im Jahre 1939 mit der Hilfe der ,,Reichsvereinigung der Juden in Deutschland“ die Immigration nach England. Im selben Jahr zogen Jutta und ihre Tochter zu Otto und Rosa, ihren Eltern. Jutta war aber nicht das einzige Kind der Familie. Ihr Bruder Arthur Fleischmann (geb. am 10. August 1907, gest. am 4. April 1977-USA) war Soldat und wanderte deshalb im Jahre 1938 nach New York aus. Seine Familie, welche sich in dieser Zeit noch immer in Sangerhausen aufhielt, wurde im Jahre 1939 nach Halle in ein Judenhaus gebracht und ein paar Jahre später, am 1. Juni 1942 wurden sie ins Konzentrationslager ,,Sobibor“ deportiert. Es gingen auch Gerüchte über die Familie umher. Otto Fleischmann war wohl schon eher nach Sobibor gebracht worden, als seine Familie. Daraufhin bekam seine Tochter Angst und erhängte sich in Halle, bevor sie deportiert werden konnte. Offiziell wurde die gesamte Familie (Otto Fleischmann, Rosa Fleischmann, Jutta Bernstein und Eva Mirjam Bernstein) am 3. Juni, also 2 Tage nach ihrer Ankunft in Sobibor ermordet. Wer durch die Stadt läuft und solche ,,Stolpersteine“ sieht, kann sich jetzt vielleicht mehr darunter vorstellen. Wir selber können uns vielleicht nicht erdenken, wie es vielen Menschen damals erging, dennoch können wir die Zukunft gestalten und alles besser machen.

 

von Fabienne Müller, Feli Meinicke und Sina Weise

Klasse 8a, Geschwister-Scholl-Gymnasium-Sangerhausen

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