Fleischlos durch das Leben

Wer sich vegetarisch ernährt, verzichtet auf Fleisch und Fisch. Dies ist vielen Menschen bekannt. Aber wer weiß warum sich Menschen dazu entscheiden, sich vegetarisch zu ernähren. Wir haben die 17-jährige Vegetarierin Luzie interviewt.

Wie lange bist du schon Vegetarierin?

Anfang 2016 habe ich eine Zeit lang auf Fleisch verzichtet und meinen Konsum dann immer weiter reduziert. Seit Weihnachten 2018 habe ich gar kein Fleisch mehr gegessen.

Weshalb hast du dich dazu entschlossen?

Ich habe mich immer mehr mit dem Thema Umwelt*1– und Tierschutz beschäftigt. Mir ist bewusst geworden, welche negativen Auswirkungen der Fleischkonsum auf die Umwelt hat. Außerdem möchte ich die Massentierhaltung*2 nicht unterstützen.

Wäre Biofleisch keine Alternative?

Ja, Biofleisch ist besser, aber diese Siegel halten nicht das, was wir uns darunter vorstellen. Hinzu kommt, dass ich selbst kein Tier töten könnte um es zu essen. Ich brauche kein Fleisch zum Leben und ein qualvolles Leben eines Tieres ist mir der Genuss nicht wert.

Wie gestaltet sich dein Alltag durch deine Lebensweise und gibt es Probleme?

Bei meiner Oma und auch bei anderen Menschen stoße ich manchmal auf Unverständnis. Jedoch ist es nicht schwer, sich vegetarisch zu ernähren. Überall gibt es Gerichte ohne Fleisch. Es haben sich alle daran gewöhnt. Meine Eltern waren erst skeptisch, aber manchmal koche ich auch selbst oder lasse das Fleisch weg wenn sie welches zubereiten. Ich brauche also keine „Extrawurst“.

Was sind deine persönlichen Vor- und Nachteile?

Vorteile sind auf jeden Fall, dass ich Firmen und diese ganze Industrie nicht unterstütze, da ich mit dem Umgang der Tiere nicht zufrieden bin. Ebenso habe ich auch Menschen in meinem Umfeld angesteckt. Diese sind jetzt auch unter anderem Vegetarier oder achten mehr auf die Umwelt, was mich sehr freut. Ein Nachteil ist, dass ich hin und wieder doch mal Bock auf einen Döner habe. *lacht* Damit kann ich aber gut leben.

Würdest du Außenstehenden diese Lebensweise empfehlen?

Auf jeden Fall! Informiert euch darüber, was ihr eigentlich zu euch nehmt und was dahinter steckt. Selbst wenn ihr euren Konsum auf die empfohlene Menge 300-600 g in der Woche oder, wie ich, auf besondere Anlässe beschränkt. In dieser Zeit hätte man mich als Flexitarier bezeichnen können, allerdings möchte ich eigentlich nicht in eine bestimmte Schublade gesteckt werden. Sich so zu ernähren bringt auch schon viel. Lieber kleine Schritte gehen als gar keine.

 

*1 Umweltschutz: Durch die Fleischproduktion wird auch die Umwelt stark geschädigt. Es werden Unmengen an Wasser für die Produktion verwendet, obwohl man das Wasser eigentlich gerechter und sparsamer nutzen müsste. Auch der CO2-Ausstoß und die Verwendung von synthetischen Düngemitteln kurbeln den Treibhauseffekt an und sind ein Problem.

*2 Schweinehaltung: Die meisten Schweine in Deutschland leben in Massentierhaltung, somit haben sie räumliche Enge, enorme Verletzungsgefahr und Krankheitsrisiken. Zudem ist der Einsatz von Antibiotika nicht selten. Außerdem werden Schweinen oft die Schwänze amputiert. Vor der Schlachtung werden die Tiere z.T. qualvoll mit CO2 betäubt, wobei während der Schlachtung noch bis zu 12% von ihnen bei Bewusstsein sind.

von zwei Schülerinnen der 8. Klasse des Martin-Luther-Gymnasiums in Eisleben

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