Plastikfrei einkaufen – ist das machbar?

Bei einem Besuch im Supermarkt findet man oft das Verpackungsmaterial Plastik. Egal ob Paprikas, Müsli oder Käse, vieles ist schon in Plastik eingeschweißt oder die Verbraucher selbst packen ihren einzelnen Apfel in eine Tüte aus Plastik. An das große Problem unserer Wegwerfgesellschaft und deren Folgen denkt dabei oft niemand. Doch geht das überhaupt, in einem herkömmlichen Supermarkt plastikfrei einkaufen? Ich wagte das Experiment und begab mich in den nächstgrößeren Einkaufsmarkt unserer Kleinstadt.
Los ging es in der Obst- und Gemüseabteilung. Dort gab es viele Produkte unverpackt und man konnte entscheiden, ob man sie in wiederverwendbare Netze, welche neuerdings auch im Markt zu einem geringen Preis verkauft wurden, oder kostenlose Plastiktüten packen mochte. Ich entschied mich natürlich für die Netze und befüllte sie mit losem Obst und Gemüse, wie Äpfeln oder Pilzen. Anderes besaß auch eine eigene „Schutzhülle“ und konnte einfach so in den Korb gepackt werden. Also kam ich in diesem Bereich sehr gut ohne Plastik aus. In der Abteilung für Müsli, Backzutaten und ähnlichem sah dies schon schwieriger aus: Beim Müsli gab es nur in Plastik verpackte Produkte und beim Backen besaßen nur vereinzelte Basiszutaten Papiertüten. Bei Gewürzen und Kräutern war die Situation ähnlich. Als nächstes widmete ich mich den Milchprodukten und stellte fest, dass Milch und Joghurt auch im Glas zu finden waren, Käse konnte an der Bedientheke in mitgebrachte Dosen geholt werden. Doch leider war die Verkäuferin der Meinung, sie müsse zwischen die einzelnen Scheiben Plastikfolien legen  . Hingegen gab es Butter und Frischkäse nur eingepackt. Im Bereich von Nudeln und Reis habe ich leider auch nichts vollständig plastikfrei Verpacktes gefunden: Nudeln hätte man zwar in einem Karton mit kleinem Sichtfenster aus Plastik kaufen können, aber für den Reis fand sich nichts. Den vorletzten Punkt meiner Liste konnte ich schnell abhaken: Getränke gab es auch in Glasflaschen zu kaufen. Zum Schluss musste ich nur noch Brot einkaufen und konnte mir hier wieder mit den Netzen helfen.
Insgesamt stelle ich fest, dass es zwar nicht alle Produkte plastikfrei zu kaufen gibt, aber darauf zu achten ist gar nicht so schwer und so kann man mit kleinen Dingen das Plastikproblem ein wenig vermindern. Also, vielleicht ist dies ja für Sie ein Anreiz beim nächsten Einkauf mehr auf Mehrwegverpackungen zu achten und Obst- und Gemüse unverpackt zu kaufen. Viel Glück!

Hanna Conrad, Klasse 9B, Ludwigsgymnasium Köthen

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