DDR-Memories

Was gefällt und interessiert Jugendliche?
Das ist heutzutage eine Frage, bei der man nicht lange überlegen muss. Elektronische Geräte, wie Handys, Computerspiele und/oder Fernseher sind Dinge, die in der Freizeit hohes Gefallen finden und somit auch häufig genutzt werden.
Aber wie hat man sich in früheren Zeiten, zum Beispiel in der DDR beschäftigt?
Mit dieser Frage habe ich mich auseinandergesetzt und dafür meine Eltern interviewt, die ihre Jugend in der Deutschen Demokratischen Republik verbracht haben.
Bei der Frage, wie sie denn früher ihre Freizeit verbracht haben, waren sich meine Eltern einig. Auf jeden Fall draußen „unter freiem Himmel“, wie es so schön heißt.
Zum Beispiel Fußballspielen, Gummitwist, Buden bauen oder Rollschuhfahren, da gab es wenig Einschränkungen.
Meine zweite Frage drehte sich um Musik. Da gingen die Meinungen schon auseinander. Mein Papa tendierte in Richtung Phil Collins und Bruce Springsteen, während sich meine Mama für Modern Talking und Fancy als Favoriten entschied. Diese Bands/Solisten waren in den 1980er-Jahren in und wurden dadurch viel im Radio, in der Disco und bei Partys gespielt.
Als nächstes ging es um das Thema Mode, welches in der heutigen Zeit ein sehr wichtiges Thema bei dem existierendem Markenbewusstsein ist.
Das war in der DDR ganz anders. Man war (meist) zufrieden mit dem was man hatte. Das ist auch der Grund dafür, dass sich erst gar kein Markenbewusstsein entwickeln konnte.
Es gab aber kleine Unterschiede, die durch die sogenannten „Westpakete“ entstanden.
In diesen wurden Dinge, aus Westdeutschland (der BRD) in die DDR durch Verwandte oder Freunde geschickt. Sehr beliebt waren zum Beispiel Zauberwürfel oder auch Legosteine.
Ein Unterpunkt von Mode ist die Frisur, wo bei Frauen die Kaltwelle (lange Locken) oder auch ein Kurzhaarschnitt ein absolutes Muss waren.
Haarschnitte spielten bei Männern eine nicht so große Rolle.
In meiner vierten Frage, habe ich meine Eltern zu dem Thema Zukunft befragt, zum Beispiel ob und welche Berufswünsche es gab.
Meine Mama musste nicht lange überlegen, sie wollte ursprünglich Archäologin werden. Aber bei diesem Beruf war die Nachfrage zu gering, wodurch sich dieser Wunsch schlussendlich leider nicht erfüllen konnte.
Mein Papa hatte früher schon immer den Traum Förster zu werden, aber wegen der langen Armeezeit, die er hätte absolvieren müssen, entschied er sich lieber für eine andere Richtung.
Meine letzte Frage drehte sich um das (oft umstrittene) Thema Politik und was meine Eltern früher davon mitbekommen hatten.
Meine Mama, die zur Zeit der DDR in einem Dorf im Umland von Köthen wohnte, bekam von der Politik und der Stasi wenig mit.
Anders als bei meinem Vater, der seine Jugend in Köthen verbrachte.
Die Stasizentrale war ein abgezäuntes Objekt, welches man möglichst gemieden hat.
Außerdem war Politik allgemein ein totgeschwiegenes Thema, da bei negativen Äußerungen eine zu große Angst vor möglichen Konsequenzen bestand.
Den Kindern wurde in der Schule schon früh eingetrichtert, dass die BRD Staatsfeind Nr.1 war und Russland der sogenannte „Große Bruder“, was Verbündeter oder auch Beschützer bedeutete.
Zusätzlich fand eine Erziehung zur Gleichheit statt, also eine Angepasstheit an das System, da man zum Beispiel Aufstände gegen den Staat/die Regierung verhindern wollte.
Abschließend sagten meine Eltern, dass sie persönlich eine gute Kind-, Jugendzeit hatten, aber als Erwachsener hätten sie lieber nicht in der DDR leben wollen.
Wie gut, dass der Mauerfall kam!

Marie Ucke

9a

Ludwigsgymnasium Köthen (Anhalt)

 

1 Kommentar zu „DDR-Memories“

  1. Bei der Frage nach der Freizeitgestaltung kommen Erinnerungen hoch. Ja Kinder haben früher tatsächlich im Freien gespielt, zum Beispiel Gummitwist, anderswo hieß es Gummihuppe.

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