Jugend in der DDR

Im Rahmen des Sozialkundeunterrichts und einem Teil aus Interesse befragte ich meine Großeltern Roland und Uta Koglin zu ihrer Jugend in der DDR. Sie wurden beide 1952 geboren und gingen in die selbe Klasse. Zu Beginn stellte ich ihnen ein paar Fragen zum Schulalltag. Auf die Frage wie sie zur Schule kamen, bekam ich die Antwort, dass es nicht weit gewesen sei und man deswegen zu fuß gehen konnte. Außerdem erzählten sie, dass sie nur sechs Unterrichtsstunden hatten. Sie mussten zwar auch am Samstag in die Schule gehen, hatten dafür aber nur selten, ein oder zweimal in der Woche, am Nachmittag Unterricht. Am Montag war auf dem Schulhof Fahnenapell. Dort traten dann die guten und die schlechten Schüler vor. Die guten Schüler bekamen ein Lob und die schlechte Schüler bekamen Ärger, wenn sie etwas angestellt hatten. Eine ganz interessante Antwort bekam ich auf die Frage, ob es an der Schule Essen gab. Mein Opa erzählte mir, dass seine Eltern das Clubhaus geleitet haben. Dort gab es dann Essen für die Lehrer und Schüler. Danach fragte ich meine Großeltern nach ihrer Freizeit, ob sie zuhause helfen mussten oder ob sie frei hatten. Meine Großmutter erinnerte sich, dass sie bei sich zuhause nur sehr selten irgendetwas mithelfen musste, mein Großvater dagegen musste oft bei seinen Eltern im Clubhaus Helfen, wie z.B. kellnern. Wenn man dann mal frei hatte, traf man sich mit Freunden und las Bücher. Hin und wieder war dann Jugendtanz und am Dienstag und am Sonntag war im Clubhaus Kino. Eine weitere Beschäftigung war das Fernsehen, allerdings nur selten und dann eher am Wochenende und weniger in der Woche. Es gab am Sonntag einen guten Film und jeden Abend um halb acht Kinderprogramm aus dem Westen. Zudem gab es im Osten nur einen Sender und bei diesem war bis halb fünf am Nachmittag nur ein Testbild zusehen. Zu den Einkaufmöglichkeiten wurde mir erzählt, dass es 3 Lebensmittelläden, 2 Bäcker und einen Gemischtwarenladen gab und das auf einem gar nicht allzu großen Dorf.

Von Benjamin Koglin

Klasse,9a

Ludwigsgymnasium, Köthen

 

1 Kommentar zu „Jugend in der DDR“

  1. Ein interessanter Blick in die Vergangenheit. Ich bin zwar ein paar Jahre jünger als Deine Großeltern, habe aber beim Thema Fernsehen ein paar andere Erinnerungen. Auf jeden Fall gab es im Westfernshen um 19.30 Uhr kein Kinderprogramm. Der Westsandmann lief um 18.45 Uhr, der Ostsandman danach um 18.50 Uhr. Danach war auf beiden Sendern Schluss mit Angeboten für Kinder. Aber das nur am Rande, die eigentliche Frage, die ich gern beantwortet gehabt hätte: Wo haben denn Deine Großeltern ihre Jugend eigentlich verlebt?

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