Klasse 9a – Ludwigsgymnasium Köthen

Zusammen laut

LandesGitarrenOrchester Jugendliche spielen auf den leisen Instrumenten

Fotos: V. Seibel

Das LandesGitarrenOrchester Sachsen-Anhalt (kurz: LGO) ist ein Ensemble, welches von dem Landesverband der Musikschulen gegründet wurde. Die 10-18 Jahre alten Schüler aus vielen unterschiedlichen Musikschulen Sachsen-Anhalts treffen sich halbjährlich in Jugendherbergen, um zusammen eine Woche lang intensiv zu proben und am Ende der Woche zwei Konzerte zu geben. Geleitet wird das Orchester von der Orchesterleiterin und Gitarrenlehrerin Marina Bärwald, welcher ich ein paar Fragen zum Orchester gestellt habe.

 

Wann traten Sie das erste Mal in Kontakt mit dem LGO?

„Das LGO wurde 1998 gegründet und war alle drei Jahre tätig. Es konnten nur besonders begabte Schülerinnen und Schüler daran teilnehmen. Ein berühmter Gitarrist und Dirigent, welcher auch selbst Stücke für die Gitarre geschrieben hat, wurde eingeladen, um das Orchester zu leiten. Meine Schüler wurden beim Landeswettbewerb entdeckt, und ich kam zu den ersten Proben dieses Orchesters mit, zusammen mit meinen Schülern, um das Orchester kennenzulernen.“

Wie kam es dazu dass Sie Orchesterleiterin wurden?

„Das LGO ging nur eine Probenphase lang, weil diese begabten Schüler sehr gefragt waren. Sie mussten ja auch in ihren eigenen Musikschulen sehr viel spielen, daher ist die erste Berufung des LandesGitarrenOrchesters auseinander gegangen. Es gab eine 2. Berufung, jedoch war ich bei dieser nicht dabei. Ich wurde genau vor 9 Jahren eingeladen. Es war ja wieder Landeswettbewerb, und einige von meinen Schülern haben dort gespielt und ich wurde angesprochen, eventuell als Tutorin mitzuwirken. […] Ich wurde zu einem Gespräch in Magdeburg eingeladen und ich habe auch meine Arbeiten vorgelegt, das heißt die Stücke die ich selbst verarbeitet habe. Bei diesem Gespräch wurde ich auch gefragt, ob ich die ganzen Arbeiten auch wirklich selbst verarbeitet habe, und da habe ich geantwortet dass ich eigentlich Orchesterleitung studiert habe, ich habe ein Diplom als Orchesterleiterin. Eine Woche später kam der Anruf: Ich soll das Orchester leiten.“

Was ist für Sie am wichtigsten, dass das Orchester erfolgreich ist?

„Das Wichtigste ist, dass die Kinder wollen. Und wenn sie wollen, dann können sie auch alles machen. Und wenn man mal schaut: am Anfang waren es nur ca. 15 Leute, und jetzt 25. Das Orchester wird immer größer, immer breiter, und dann haben wir auch Erfolg. Außerdem ist es wichtig, dass man sich integriert, denn das Orchester ist ein Organ.“

Was müssen Sie besonderes als Orchesterleiterin leisten?

„Es ist eine besondere Aufgabe das Repertoire auszusuchen, weil ich die Verantwortung trage, dass es gut klingt und alle es spielen können.

 

„ ...denn das Orchester ist ein Organ. Marina Bärwald

 

Um die Sache aus der Perspektive der mitwirkenden Gitarristen zu betrachten, habe ich Carolien van Ginkel (15), eine Schülerin der Musikschule in Zerbst und Mitwirkende im LGO, ein paar Fragen gestellt.

Wie kam es dazu, dass du jetzt im LGO spielst?

„Ich habe 2018 bei Jugend musiziert mitgemacht. Dort hat mich Frau Bärwald, also die Orchesterleiterin, ,entdeckt‘ und hat gefragt ob ich Lust habe ins Orchester zu kommen. Ich wusste noch nicht nicht wie das Ganze funktioniert und habe einfach mal ja gesagt. Ich habe ihr meine E-mail gegeben und es kam dazu dass ich die Anmeldungsformulare bekommen habe und Frau Bärwald mir eine E-mail geschickt hat, in welcher sie erklärt hat was ich machen muss.“

Sind die Stücke die ihr dort spielt schwer?

„Es gibt schwerere Stücke und es gibt leichtere Stücke. Frau Bärwald passt das Repertoiar den Schülern an, denn sie weiß was wir schaffen und was nicht. Es gibt aber auch Stücke die wir erst in der Woche bekommen und die dann einstudieren. Im Endeffekt sind jedoch alle Stücke machbar und gut zu schaffen.“

Reicht eine Woche zum eintrainieren der Stücke?

„Wir bekommen die Stücke vorher per Post zugesendet, sodass wir sie schon vor der Probenphase zu Hause üben können, sonst würden wir das nicht so leicht schaffen. Es wär‘ aber toll wenn wir mehr Zeit hätten, dann wär‘ das Ganze ein bisschen weniger stressig und man könnte mehr mit den Leuten im LGO machen, man ist ja auch da um seine Freunde wieder zu sehen.“

Wie viel und wie oft probt ihr in der Woche?

„Wir proben jeden Tag 6-7 Stunden.“

Ist das nicht anstrengend?

(Schülerin sagt spontan JA und lacht)

„Es ist natürlich schon anstrengend gleich nach dem Frühstück Proben zu haben, bis zum Mittagsessen, und nach der Mittagspause bis zum Abend zu proben (mit kleineren Pausen dazwischen natürlich). Jedoch haben wir immer einen Tag an dem wir rausgehen und zusammen etwas machen und weniger proben. Außerdem haben wir jeden Abend einen gemeinsamen Spielabend, wo es immer sehr lustig ist.“

Gefällt es dir im LGO?

„Das erste Mal als ich da war war ich noch sehr unsicher weil ich noch niemanden kannte, jedoch hab ich dann so langsam angefangen gute Freundschaften zu bilden. Jetzt ist es so, dass ich nach jeder Probenphase das LGO sehr vermisse und Sehensucht habe die Leute dort wiederzusehen. Ich finde, wir alle sind weniger Freunde, sondern eher eine Familie.“

„ ...wir alle sind weniger Freunde, sondern eher eine Familie.“ Carolien van

Ginkel

Wer gerne Gitarrenklänge hört oder selbst Gitarre spielt, sollte sich mal ein Konzert anhören. Interessierte Jugendliche können sich gerne anmelden zu den Probenphasen, alle jungen Gitarristen sind herzlich willkommen. Die Termine für die nächsten Probenphasen und Konzerte finden Sie auf der Homepage des Landesverbandes der Musikschulen in Sachsen-Anhalt (LvdM): http://www.musikschulen-in-sachsen-anhalt.de/termine/#konzerte 

Von Anna Seibel,

Klasse 9a,

Ludwigsgymnasium Köthen

2 Kommentare zu „Klasse 9a – Ludwigsgymnasium Köthen“

  1. Lutz Würbach

    Liebe Anna, das ist ein überraschendes und zugleich interessantes Thema. Gut gemacht! Ich hätte aber gerne mehr über die Musiker erfahren. Werden sie ins Orchester berufen, oder kann man sich dafür bewerben? Wie alt sind die Musiker etc. Dafür ist mir die Frage, wie die Leiterin zu ihrem Post kam, zu ausführlich erklärt. Das muss ich nicht alles wissen.

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