Von Tansania nach Deutschland: Austauschlehrerin Leah Ulula

von Meike Ambrosy und Anna Pilch, Klasse 8b, Freie Schule Anhalt

 

Die Tür geht auf. Eine unscheinbare junge Frau betritt das Klassenzimmer. Sie stellt sich als Leah Ulula aus Tansania vor. Derzeit ist sie als Austauschlehrerin an der Freien Schule Anhalt tätig.

Leah Ulula aus Tansania (Foto: Anna Pilch)

Wir hören ihr gespannt zu, als sie von ihrer Heimat berichtet. „Die Schule in Tansania ist anders als in Deutschland“, sagt sie. In einer Schule sind insgesamt 350 Schüler und maximal 80 Kinder in einer Klasse. Die Fächer sind jedoch dieselben wie in Deutschland, außer Deutsch. Dafür haben sie Kiswahili. In dieser Sprache wird auch nur dieses eine Fach unterrichtet, alle anderen Fächer in Englisch.

Sie erzählt: „Wir haben Bücher für alle Fächer, aber 3-4 Schüler müssen sich ein Buch teilen. Außerdem haben wir in allen Klassenräumen Tafeln und Kreide. Unser Labor ist auch ziemlich gut ausgestattet, denn durch die Hilfe der Freien Schule Anhalt haben wir auch Gasanschlüsse.“ In ihrem Dorf gibt es zwei Schulen: zwei Realschulen. Diese liegen ungefähr 2 km voneinander entfernt. Ihre Schule ist ein privates Mädcheninternat. Die Schülerinnen bleiben in der Schule und müssen demnach keine langen Strecken zurücklegen. Die andere Realschule ist staatlich und kein Internat. Hier müssen die Schüler mehr oder weniger weite Wege zurücklegen, je nachdem, wo sie wohnen.

Leah Ulula selbst wohnt als Lehrerin mit in dem Internat, in dem sie arbeitet. Sie erklärt uns: „Wenn du verheiratet bist, steht dir ein Haus zu, in dem du mit deiner Familie leben kannst. Bist du alleinstehend, werden dir 2 Zimmer gestellt. Man lebt dann in einer Art 1-Raum-Wohnung.“ Während der Ferien wohnt sie bei ihrer Mutter und ihren 3 Brüdern zu Hause.

Lehrer/innen werden in Tansania wie in Deutschland ausgebildet. Um Lehrer zu werden, muss man an einer weiterführenden Schule sein Abitur machen, um dann ein Lehramtsstudium zu beginnen. „Schon als ich in der Grundschule war, wusste ich, dass ich Lehrerin werden möchte. Ich war inspiriert von meiner damaligen Kiswahili-Lehrerin und wusste, dass ich das später auch mal machen möchte. Sie war mein Vorbild“, schwelgt sie in Erinnerungen.

Auf die Frage, was ihr erster Eindruck von Deutschland war, antwortet sie: „ Zuerst war ich sehr verängstigt. Als ich zuerst in Berlin ankam, waren meine fehlenden Deutsch-Kenntnisse nicht das Problem, weil viele Menschen mit mir auch Englisch gesprochen haben. Als ich dann nach Großpaschleben zu Familie Pfeifer gekommen bin, war wohl die größte Umstellung, dass alle mit mir nur Deutsch gesprochen haben. Das fiel mir am Anfang ziemlich schwer.“

Wieso sie überhaupt nach Deutschland wollte, erzählt Leah uns zum Schluss. Deutschland interessierte sie schon immer. Die Kultur und Sprache lockte sie her. Außerdem wollte sie wissen, wie man an deutschen Schulen lernt und lehrt. Das waren ihre Hauptgründe.

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