MS – Eine Krankheit, die im Schatten steht

Eine MS-Betroffene erzählt aus ihrem Alltag

Von Katja Wagenknecht
und Maria Kiourtzidi

Halle/Südgym – Arbeiten gehen, Fahrrad fahren, sich um den Haushalt kümmern oder mit der Familie einen schönen Tag verbringen – das ist der Alltag der meisten Menschen. Dieses „normale“ Leben können rund 130.000 Menschen in Deutschland nicht führen. Grund dafür ist die Krankheit Multiple Sklerose, kurz MS.
Viele wissen allerdings nicht, was diese Krankheit ist und wie sehr nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Familie oder Freunde eingeschränkt sind. Annett W. erzählt uns, was Multiple Sklerose überhaupt ist. „MS ist eine entzündliche Krankheit des zentralen Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark umfasst.“ MS beginnt meist im frühen Erwachsenenalter. Die Krankheit lässt noch viele Fragen offen, zum Beispiel wie oder wodurch sie ausbricht. „MS ist sowohl im Verlauf, im Beschwerdebild oder im Therapieerfolg von Patient zu Patient so unterschiedlich, dass man allgemeingültige Aussagen nur eingeschränkt treffen kann“, erklärt Annett W. weiter. Aus diesem Grund ist MS auch als „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“ bekannt.
Eines der am meisten verbreiteten Vorurteile, dass MS in jedem Fall zum Rollstuhl führe, ist so nicht richtig. Dies ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Wichtig ist auch, dass Multiple Sklerose nicht ansteckend ist und nicht zwangsläufig zum Tod führt.
Durch die Krankheit kann Annett W. nicht mehr arbeiten, auch wenn es nur das Büro ist. Denn durch MS hat sie Konzentrationsschwierigkeiten bekommen. So muss sie seit neun Jahren zu Hause bleiben. Dort erledigt sie Hausarbeiten, kocht das Mittagessen für ihre Kinder oder macht Gartenarbeiten (diese jedoch nur eingeschränkt). „Beim Fensterputzen müssen mir meine Kinder immer helfen“, erzählt Annett W. Auch Freizeitaktivitäten sind sehr eingeschränkt. Bei einem Besuch im Freizeitpark kann Annett W. nicht auf den Rollstuhl verzichten, da sie nicht so viel und nicht so lange laufen kann. Mit der Achterbahn fahren kommt für viele der MS-Patienten nicht in Frage.
Der Alltag mit Multiple Sklerose ist schwer und man muss sich, auch als Familienangehöriger erst daran gewöhnen, jedoch ist er auf jeden Fall machbar und die Betroffenen sollten ihren Mut nicht verlieren.

1 Kommentar zu „MS – Eine Krankheit, die im Schatten steht“

  1. Liebe Katja, liebe Maria, Ihr habt Euch ein sehr anspruchsvolle Thema gesucht und es gut gemeistert. Respekt dafür. Dennoch ein paar Hinweise. Ihr bezieht Eure Informationen ausschließlich von Annett W, da hätte ich mir einen medizinischen Fachmann noch gewünscht, der gewissermaßen einen neutralen Blick auf das Thema wirft. Und zweitens: Dass Eure Quelle, nämlich Annett W. eine Betroffene ist, erfahre ich als Leser viel zu spät. Das gehört nach vorn. Aber deshalb ist der Text – wie gesagt – dennoch gelungen.

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