Mit Blaulicht durch die Stadt

Ein schmerzerfüllter Schrei durchdringt den Alltagslärm der großen Pause. Die Quelle, ein Junge der Mittelstufe, gestürzt auf seinen Ellenbogen.

Zur Hilfe eilt ein Lehrer, fragt was passiert ist, ruft Notarzt und Rettungswagen.

Minuten später erklingt das heulende Martinshorn und Blaulicht flutet den Hof.

Der blasse Junge wird hochgehievt und zu dem Wagen gebracht, der Arm stabilisiert und die Schmerzen gelindert. Die Rettungssanitäter fahren los – Mit Blaulicht durch die Stadt.

Im Gesundheitszentrum, auf der Notfallstation angekommen, wird er in einen Behandlungsraum gebracht. Gewärmt mit einem Warmluft-Deckensystem erlangt er langsam wieder Farbe. Puls, Blutdruck, Reflexe und Herzfrequenz sind in Ordnung, so der Assistenzarzt Dr. Martin Becker. Doch ein Verdacht macht sich breit, der Ellenbogen scheint gebrochen. Das Areal um diesen ist blau und geschwollen, der Patient spürt den Schmerz bei Berührung und Bewegen.

Zum Nachweisen der Vermutung muss der Bogen durchleuchtet werden. Hierfür kommen drei Möglichkeiten in Frage: Das Computertomografie-Gerät (CT), das 1,5 Millionen Euro teure Magnetresonanztomografie-Gerät (MRT) und das Röntgengerät. Die Möglichkeiten abgewogen und weise gewählt, wird der Schüler noch immer auf der Liege zum Röntgen gebracht. Die Aktionen sind dort simpel: Die MTRA (Röntgenassistentin) Frau Kerstin Huth stellt das Gerät auf die richtige Größe, danach wird der Ellenbogen in Position gebracht, geröntgt und das Bild auf den Computer übertragen. Eben dieses wertet der Arzt aus und bestätigt die Vermutung.

Das Nächste geschieht im Gipsraum, nasse, feucht-kalte mit Gips versetzte Binden werden um auf den Ellenbogen gewickelte Polsterungen gelegt und dann in eine blaue Binde gehüllt.

Schon wie die Ägypter es einst taten, wird der Arm wieder in Form gebracht, damit zusammenwächst, was zusammengehört.

Im Anschluss daran wird er in ein Zimmer geleitet, verweilen wird er hier für eine Nacht.

Der Arzt will seinen Arm beobachten, will wissen, ob alles gut läuft. Doch das erfährt er erst am nächsten Tag, nachdem der Junge geschlafen hat.

Diesen simulierten spannenden Ablauf durften die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b des Europagymnasiums “Walther Rathenau“ Bitterfeld im Rahmen des Projekts Klasse 2.0 der Mitteldeutschen Zeitung in Zusammenarbeit mit Mitgas und der AOK erleben.

Die AOK-Gesundheitskasse hat unter dem Motto „Und wenn ich einmal krank bin? – Mit der AOK zu Besuch im Krankenhaus“ uns diesen Aufenthalt im Gesundheitszentrum Bitterfeld vor kurzer Zeit ermöglicht. Durch dieses Kennenlernen des Ablaufs im Krankenhaus soll Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Angst vor dem Krankenhaus genommen werden. Uns wurde sie genommen, denn wir sind auf freundliche und kompetente Mitarbeiter im Gesundheitszentrum Bitterfeld gestoßen und durch Frau Steffi Hacker, sie ist Praxisleiterin, und Herrn Ralf Kitzing, Regionalsprecher der Pressestelle der AOK liebevoll betreut worden.

 

Jonas Venediger, Europagymnasium „Walther-Rathenau“ Bitterfeld

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1 Kommentar zu „Mit Blaulicht durch die Stadt“

  1. Lieber Jonas, Du hast zweifellos ein Schreib-Talent. Du musst nur mitunter aufpassen, dass Du sprachlich nicht abhebst. „Die Möglichkeiten abgewogen und weise gewählt …“, „Damit zusammenwächst, was zusammengehört …“, – in einem ironischen bzw. satirischen Text würde ich den Daumen heben. In einen nachrichtlichen Text passt dieser Stil aber nicht.

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