Zurück in den 60ern/70ern/80ern/..?

 

Back to the past – Auch heute feiert die Jugend Trends, aber viele wissen gar nicht, dass manche davon coole Comebacks aus dem letzten Jahrhundert sind.

 

Nehmen wir zum Beispiel die Bomberjacke. Sie ist immer noch groß in Mode und erinnert an die Fliegerjacken im 2. Weltkrieg. Als amerikanische Männer und Frauen bemerkten, dass es keine bequeme Übergangsjacke gab, holten sie die  Fliegerjacke aus der Kiste. Heute sind sie immer noch nicht eingestaubt. Der robuste Nylonstoff und der Oversizeschnitt machen die Bomberjacke zum wandlungsfähigen Allrounder, der fast zu allem passt und viel aushält. Die stylischen Überzieher sind zwar sündhaft teuer, doch meist schnell ausverkauft.

Heutzutage sieht man sehr viel Brillenträger mit runden Brillen. Aber wurde die John Lennon-Brille nicht schon 1970 beliebt? Viele bevorzugen auch die sogenannte Nickelbrille, da sie sehr auffällt. Am besten passt diese zu markanten Gesichtern. Auch schon Harry Potter beweist, dass die großen Gläser einem den perfekten Schliff verleihen.

Nachdem Bauchtaschen im Zuge des 90-Jahre-Revivals bei Designern (aktuelles Beispiel: Gucci) schon seit längerem hoch im Kurs stehen, sind sie jetzt auch bei vielen Menschen auf den Straßen zu sehen. Egal, ob locker um die Hüfte geschnallt oder als Bodycross-Bag um die Schulter getragen, ob Mini oder Maxi, in Samt von Gucci oder aus Stoff von Eastpak – das frühere Fashion-No-go ist zum Must-have avanciert. Und das nicht ohne Grund: Schließlich bietet kaum eine andere Tasche so viel (modischen) Handlungsspielraum wie die Bauchtasche. Während man die wichtigsten Utensilien immer nah bei sich trägt, bietet der kleine Begleiter ideale Freiheit für seinen Träger und lässt sich sowohl zum sportlichen Casual-Outfit als auch zum edlen Designer-Dress kombinieren, wie ein Blick auf unsere Straßen zeigt.

Die gute alte Schallplatte hat ihren Frieden noch nicht gefunden. 1878 erfand der Deutsch-Amerikaner Emil Berliner die aus Vinyl bestehende, kreisförmige und meist schwarze Scheibe mit einem Loch in der Mitte. In den 80ern kam die CD auf den Markt, sie sollte die Schallplatte ablösen. Doch heute stehen High-Tech-Schallplattenspieler und stapelweise Vinyl-Scheiben in vielen trendigen Jugendzimmern und auch der ein oder andere DJ kann und will auf den schwarzen Longplayer nicht mehr verzichten.

Auch  Halsschmuck ist wieder angesagt. Die Choker Ketten aus den 90ern sind zurück. Das beweisen uns nicht nur Topmodels wie Gigi Hadid oder Kendall Jenner, sondern auch Sängerinnen wie Lena Meyer-Landrut oder Rihanna. Wie schon vorherige Trends setzten sich die Ketten gut durch. Es gibt die Choker in vielen verschiedenen Größen, in vielen verschiedenen Farben und auch mit Anhängern. Sie werden sowohl zum Alltagsoutfit, als auch zum coolen Partyoutfit kombiniert. Bis jetzt sah man sie häufiger an Hälsen des weiblichen Geschlechtes, doch da das Comeback so gefeiert wird, bieten Onlineshops jetzt auch Choker für Männer an. Aber ob der Trend bei ihnen ankommt oder sie lieber die Ketten bei ihren Freundinnen bewundern, ist noch fraglich.

Sagt Ihnen der Name Edwin Herbert Land etwas? Nein? Der Amerikaner hat einen riesen Trend gesetzt. Er entwickelte 1947 im US-Bundestaat Minnesota die Sofortbild-

kamera. Auch diese ist momentan wieder sehr gefragt. Früher hat man über die Fähigkeit, ein Bild sofort nach der Aufnahme auszudrucken, gestaunt. Doch heute kann man Fotos nicht nur wie damals in schwarz-weiß bewundern, sondern in allen möglichen Farben. Ob klein oder groß, große Anbieter, wie z.B. Fuji, bieten Ihnen eine riesige Auswahl an.

Bereits im alten Griechenland trugen Adlige Schuhe mit Plateauabsatz zu Festen und Feiern, um ihren Status hervorzuheben. Etwas später, z.B. im Mittelalter, wurden die sogenannten Plateauschuhe gegen Schmutz auf den Straßen getragen. Durch die Beliebtheit der Schuhe bei Prostituierten bekam der Plateauschuh ein schlechtes Image. Erst mehrere Jahrhunderte danach wurden er zur Ikone der 70er, wie die Bands Abba und Kiss zum Beispiel zeigen. Der Name Plateauschuh kommt aus dem Französischen: plateau = Hochfläche. Doch was die Franzosen mit der Entwicklung der Schuhe zu tun haben, ist uns leider unbekannt, außer vielleicht, dass unsere Nachbarn im Westen seit jeher als Modeprofis gelten. Auch Männer trauten sich mal ans Werk, aber das ist heutzutage wirklich eher Geschichte. Wortwörtlich. Heute tragen viele dieses Schuhwerk im Alltag und Gott sei Dank nicht mehr auf so unpraktisch hohen Absätzen wie früher.

Mitte der 90er Jahre dachten Modebewusste, sie wären von der Mom-Jeans endlich erlöst, da bis zu diesem Zeitpunkt die sogenannten  Karotten- oder Hochwasserhosen

nur Mütter trugen. Aber warum Mom-Jeans? Tja, vielleicht weil sie so aussieht, als stamme sie direkt aus Mamas Kleiderschrank. Doch heute tragen sie auf den Straßen eher solche Frauen, die wenig mit dem Titel „Mutter“ am Hut haben. Typisch für diese Jeans ist, dass sie bis zur Taille geht, am Bein etwas weiter, oft umgekrempelt und knöchelfrei ist.

Auch das Essen soll hier nicht zu kurz kommen. Gehaltvolles Essen scheint nie richtig out gewesen zu sein, so ist Omas gute Buttercreme-Torten inzwischen wieder in den Cafeteria-Auslagen gaaaanz weit vorne. Da ist Schluss mit Diät…

 

Toni Lux, Miriam Hildebrandt und Charlotte Habermann

1 Kommentar zu „Zurück in den 60ern/70ern/80ern/..?“

  1. Das ist aber ein sehr erfrischender Text. Da habt Ihr ordentlich recherchiert. Und gut geschrieben ist der Text auch. Mehr geht ja kaum. Bei der Bomberjacke würde ich sprichwörtlich ein wenig Wasser in den Wein gießen. Diese Jacke haben vor langer Zeit Leute mit rechter Gesinnung für sich entdeckt. Das sollte man in diesem Zusammenhang nicht vergessen.

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