Ich muss das tun, ich muss dazu gehören

 

Gruppenzwang unter Jugendlichen – Die Folgen sind erstmal Nebensache, Hauptsache dazugehören. Erfahrungen und Meinungen:

Ein weiterer Jugendlicher greift zur Zigarette

Ich muss das tun, ich muss dazugehören, sonst bin ich sozial tot.“, so wie Celina geht es vielen Jugendlichen. Der Drang dazuzugehören zwingt sie praktisch dazu Dinge zu tun, die sie sonst eigentlich nicht tun würden. Dabei sind diese Dinge meist in keinster Weise positiv. Sie schaden sich selbst, wenn sie zur Zigarette greifen oder Alkohol oder Drogen konsumieren. An die Folgen denken die Jugendlichen dabei nicht. In diesen Moment wollen sie einfach nur dazugehören.

Jugendliche können auch anderen schaden, indem sie negative Dinge, die die anderen Gruppenmitglieder tun, nicht melden oder selbst tun. Sogar YouTuberin DagiBee berichtete in ihrem Video „Ich habe mit 14 angefangen zu rauchen […]“ über ihre Erfahrungen. „Mit 13 habe ich angefangen Shisha zu rauchen […]. Ich habe mich cool und erwachsen gefühlt.“ DagiBee erzählte: „Ich weiß nicht, warum ich das damals gemacht. Ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass es Gruppenzwang war, weil meine Freunde das gemacht haben und ich dann natürlich irgendwie dazugehören wollte […] und ich dann einfach nicht darüber nachgedacht habe. […] Ich denke meine Freunde hätten es mir nicht böse genommen, wenn ich nein gesagt hätte.“ Sie berichtete, dass sie sich in dem Moment nicht gezwungen gefühlt habe, weil ihre Freunde nicht gesagt haben. ,,Mach das jetzt!“. Sie hat das gemacht um irgendwie dazuzugehören. „Irgendwann wurde es für mich auch normal.“, so sagte DagiBee, „Ich rauchte auch, wenn meine Freunde nicht dabei waren.“ Heute bereut sie ihre Taten sehr: „Ich könnte mir selbst eine Pfanne gegen den Kopf hauen!“ Wie konnte es soweit kommen?“, fragt sich DagiBee heute.

So wie ihr geht es im Nachhinein sicherlich vielen, deren Leben als Jugendliche, durch Gruppenzwang, beeinflusst wurde. So auch Celina B.(13), eine Bekannte von uns.

Wir fragten sie nach ihren Erlebnissen zum Thema Gruppenzwang. Celina erzählte, dass sie selbst vom Gruppenzwang betroffen war.

Ich war früh vor der Schule mit zwei Freunden. Sie fragten mich, ob ich auch rauchen will. Ich sagte ja. Die beiden fragten mich noch einmal, ob ich das wirklich will. In dem Moment dachte ich nicht an die Folgen. Ich wollte einfach mal „cool“ sein und so fühlte ich mich in dem Moment auch. Ich hatte den ganzen Tag Schuldgefühle, der ekelhafte Geruch den ich hatte erinnerte mich ständig daran. Manchmal würde ich es gerne nochmal machen, aber ich weiß, dass es ungesund ist und ich habe andere super gute Freunde, die mich immer unterstützen. Die beiden, die mit mir geraucht haben sind immer noch meine Freunde, weil sie mich ja nicht dazu gezwungen haben. Es war der Gruppenzwang, der mich gezwungen hat.“ Celina hat im Nachhinein gemerkt, dass dazugehören lange nicht so wichtig ist wie ihre Gesundheit.

DagiBee und Celina haben gemerkt, dass es nicht das Wichtigste ist immer das zu tun, was die Anderen auch tun. Die beiden haben ihren Weg gefunden, um den Gruppenzwang zu entgehen. Wenn Jugendliche die Folgen realisieren ist es meistens schon zu spät. Wir denken, dass jeder seinen eigenen Weg gehen sollte und das tun sollte, was er selbst für richtig hält.

von Hermine Gerhardt und Ronja Köber – Goethegymnasium Weißenfels

1 Kommentar zu „Ich muss das tun, ich muss dazu gehören“

  1. Das ist ein mit sehr viel Fleiß geschriebener Text. Das Thema ist gut gewählt und Eure Meinung kommt glaubhaft rüber. Prima. Leider gibt es ein paar Komma-Fehler, die das Lesen stören. Und wer ist Celina B? Eine Mitschülerin? Ein bisschen genauer sollte die Person schon bezeichnet werden, ohne natürlich ihre Anonymität aufzugeben.

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