Aus dem Leben unserer Großeltern

Unsere Omas, Linda Mauer und Linda Schlöder, begannen ihren Schultag morgens um sieben. Während die eine die Schule im gleichen Ort besuchte, musste die andere noch eine Stunde Fußmarsch bewältigen. Sie besuchten eine Schule, bestehend aus 80 Schülern. Mit Schieferstiften schrieben sie auf Schiefertafeln. Mit Bleistiften oder Federhaltern wurde auf Papier geschrieben, da Lehrbücher und Hefte Mangelware waren. Zu Beginn jeder Schulwoche wurden Gedichte oder Lieder gelernt. Außerdem wurde den jüngeren Schülern bei Hausaufgaben von den Älteren geholfen.

Unsere Omas besuchten die Schule nur bis zur achten Klasse, danach begann die Zeit der Arbeit. Linda Mauer aus Burkersroda leistete seit sie 14 Jahre alt war auf dem Bauernhof ihrer Eltern Unterstützung. Bei Linda Schlöder aus Wennungen war das ähnlich. Sie konnte aus familiären Gründen keinen Beruf ausüben und half deshalb Zuhause bei der Feld- und Gartenarbeit, im Haushalt oder erledigte die Einkäufe. Wenn beide Freizeit hatten, beschäftigen sie sich, vor allem im Winter, mit Handarbeiten oder trafen sich mit ihren Freunden aus dem Dorf. Außerdem wurden abends in den Winterhalbjahren Lehrgänge der Volkshochschule besucht, wie zum Beispiel Lehrgänge für Stenographie und Maschinenschreiben oder Nähkurse.
Am Wochenende, wenn alle Pflichten erledigt waren, ging man mit seinen Freunden in das Nachbardorf und traf sich zum Tanz. Dort sah man alle Gleichaltrigen. Es spielten Livemusiker ohne Verstärker, zum Beispiel Streich- oder Blaskapellen. Die Mädchen warteten geduldig auf ihren Stühlen, bis sie von den Jungen angesprochen und zum Tanz aufgefordert wurden. Wenn ein Lied zu Ende war, gab es eine kurze Pause, in der der Tanzpartner gewechselt wurde. „Mit manchen hat man nicht so gerne getanzt“, stellt Oma Linda aus Burkersroda fest. Da es in ihrem Dorf keine Tanzschule gab, tanzten einige eher schlecht als recht und traten einem auch mal auf die Füße. Den Heimweg traten dann alle gemeinsam an, blockierten dabei die Straße und sangen lustige Lieder.
Abgesehen vom Mangel an Luxusartikeln, wie zum Beispiel Schokolade, Bananen oder Orangen, waren beide Lindas trotzdem zufrieden mit dem, was sie hatten; man war schließlich nichts anderes gewöhnt. Alles, was man brauchte, hatte man da und es entstand nie ein Wunsch nach etwas Besserem. Zu besonderen Anlässen, wie einer Konfirmation zum Beispiel, trug man ein Kleid, was nur aus Mantelfutter gefertigt wurde.
„Ich fand es schon Schade, dass ich keine Berufsausbildung oder ein Studium absolvieren konnte“, bemerkt Oma Linda aus Wennungen. Trotzdem fanden beide ihre Jugendzeit toll, vor allem, weil sie viel Schönes erlebt haben und die Möglichkeit hatten, sich zu jeder Zeit mit ihren Freunden zu treffen.

von Sophie Mauer und Rosalie Aleithe, Klasse 10b, Burgenland-Gymnasium Laucha

1 Kommentar zu „Aus dem Leben unserer Großeltern“

  1. Liebe Sophie, liebe Rosalie, Ihr habt einen guten Text geschrieben. Wenn ich etwas zu kritisieren habe, dann den Anfang. Der ist voller Allgemeinplätze und damit langweilig. Natürlich hat sich seit Omas Schul-Zeiten einiges geändert. Am besten die ersten Sätze ersatzlos streichen.

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