Abpfiff – Wer macht die Fußballer wieder fit?

Physiotherapeuten kämpfen mit der Fußballmannschaft für deren Erfolge.

Von Clara Marie Jacob und Florian Szodorai

HALLE/KARLSRUHE – Reisen wir doch einmal in Halles Partnerstadt Karlsruhe und fragen Steffen Wiemann (58), Physiotherapeut beim Karlsruher SC. Seit über 20 Jahren betreut er die Fußballer unserer Partnerstadt, die in der zweiten Bundesliga spielen. Gemeinsam mit einem weiteren Therapeuten betreut er den Kader, der derzeit aus 26 Spielern besteht, bei jedem Heim- und Auswärtsspiel sowie im Trainingslager. Er ist die erste Anlaufstelle der Sportler, wenn es um ihre Gesundheit geht.

Aufgaben eines Physiotherapeuten

Steffen Wiemanns wichtigste Aufgaben umfassen die präventive Pflege, wie das Anlegen von Tape-Verbänden sowie Dehnungen und Massagen. Bei festgestellten Verletzungen muss er sofort Erstmaßnahmen einleiten, um die Leistungsfähigkeit der Sportler zu sichern. Hierzu zählen die Ruhigstellung verletzter Gelenke und die Schmerzlinderung, insbesondere durch das Auflegen von Eisbeuteln. Des Weiteren erfolgt durch den Therapeuten eine umfassende Betreuung in der „Platz-Reha“, wenn der gesundete Fußballer in den Trainings- und später in den Spielbetrieb wieder eingegliedert wird. Die häufigsten Verletzungen, die bei Fußballern behandelt werden, sind Muskel- und Gelenkverletzungen.

Sportler als schwierige Patienten

Steffen Wiemann arbeitet täglich mit den Spielern. „Hochleistungssportler sind oft anstrengende Patienten, die bei sehr schmerzhaften Verletzungen auch einmal weinen dürfen.“ Verletzungen bei Sportlern sind immer mit Enttäuschungen und Ängsten verbunden. „Der Druck auf die Fußballer ist enorm – kämpft doch jeder um seinen Platz in der Startelf, der Verein um den Aufstieg in die erste Bundesliga.“ Das Besondere an der Sportlerbetreuung ist, dass die Fußballer jung und dynamisch sind. Sie wollen schnell gesund werden. „Leistungssportler haben ein sehr gutes Körpergefühl.“ Da sie die Leistungsfähigkeit ihres Bewegungsapparates und ihres Herz-Kreislauf-Systems gut einschätzen können, behandelt Wiemann sie im Gegensatz zu normalen Patienten mitunter über mehrere Stunden. „Denn Physiotherapie kann auch sehr anstrengend und fordernd sein.“

Arbeiten als ein Team

Als Physiotherapeut fühlt sich Steffen Wiemann als Teil der Mannschaft, wobei Respekt, Vertrauen und Loyalität zwischen Sportler und  Therapeut die Grundvoraussetzungen für therapeutische Erfolge sind. Die medizinische Abteilung eines Sportclubs trägt somit maßgeblich zum Erfolg bei, sie ist die Garantie für die Erhaltung der sportlichen Leistungsfähigkeit der Fußballer und des Vereins.

Einen Lieblingsspieler im Team hat Wiemann nicht, da er die Neutralität immer wahren muss – auch dies gehört zur Professionalität der Therapeuten.

Steffen Wiemanns persönlichster Wunsch für seine Mannschaft ist der Aufstieg in die erste Bundesliga. Klar, dass Steffen Wiemann dann mit aufsteigen würde.

Steffen Wiemann bei der Behandlung des Torwarts des KSC.  FOTO: TRIMEDIC Steffen Wiemann

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare zu „Abpfiff – Wer macht die Fußballer wieder fit?“

  1. Es wurde sehr gut recherchiert, das Leben eines Physiotherapeuten ist sehr abwechslungsreich und bestimmt nicht immer einfach. Er steht oft unter Druck, weil jeder schnellstmöglich “ Wunder “ erwartet. Er muß
    mit Leib und Seele dabei sein…so wie ihr den Artikel verfaßt habt!

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