Behinderung und Sport – eine Herausforderung (?)

Es gibt sehr viele Sportarten. Bei den Recherchen zu unserem Artikel wurde uns bewusst, wie viele Wettkampfarten und Sportmöglichkeiten es für körperlich eingeschränkte Menschen gibt. Am Anfang fielen uns nur fünf Sportarten ein. Aber dank der heutigen Hilfsmittel, wie zum Beispiel Prothesen, Rollstühle, Orthesen usw. kann ein körperlich beeinträchtigter Sportler fast alles machen.

Um euch jetzt diese Problematik etwas näher zu bringen, haben wir ein Interview mit einer befreundeten Schwimmerin von uns geführt.

Lena ist eine Jugend-Leistungssportlerin aus Halle an der Saale.

Max & Philipp: Schön, dass du dir Zeit genommen hast.

Lena: Das ist doch selbstverständlich.

Max & Philipp: Kommen wir zur ersten Frage. Wie lange betreibst du den Sport und seit wann als Leistungssport?

 Lena: Ich betreibe seit 2009 Sport im Verein und bin 2012 beim

Wettkampfsport gelandet.

Max & Philipp: Wie entstand das mit dem Leistungssport?

Lena: Als erstes machte ich mein Seepferdchen und von 2009-2012

   habe ich es dann als Freizeitsport gemacht, danach war ich

    so glücklich, dass ich es als Leistungssport machen wollte.

Max & Philipp: Warum hast du dich für das Schwimmen entschieden?

Lena: Weil es das einzige ist, was ich mit meinem Handicap ausüben kann.

Max & Philipp: Könntest du uns mal bitte dein Handicap beschreiben.

Lena: Ich habe eine linksbetonte Spastik. (Anm. d. R.: Das bedeutet, dass der   Informationsfluss zwischen Gehirn und Muskulatur gestört ist und deswegen entstehen z.B. Zuckungen und Verkrampfungen. Die Muskulatur ist andauernd angespannt und deswegen können keine fließenden Bewegungen ausgeführt werden.)

Max & Philipp: Wie hat dich der Leistungssport verändert?

Lena: Ich habe Selbstvertrauen und Selbstdisziplin gewonnen.

Max & Philipp: Selbstdisziplin? In welcher Hinsicht?

Lena: Ich muss mich manchmal zum Üben und zum Trainieren zwingen.

Max & Philipp: Wenn man so diszipliniert ist wie du, bleibt der Erfolg sicher nicht aus. Über welchen konntest du dich schon freuen?

Lena: Ich bin bei Internationalen Deutschen Meisterschaften Dritte in meiner  Schadensklasse (Anm. d. R: Das ist die Einstufung nach          Behinderungsgrad) geworden und durch meinen Erfolg jetzt an der         Sportschule.

Max & Philipp: Was sind deine Ziele?

 Lena: Mein Ziel ist es, erfolgreich zu sein.

Max & Philipp: Wie lange willst du den Sport noch aktiv betreiben?

Lena: Ich habe vor, es solange zu machen, bis die Erfolge ausbleiben oder bis der Spaß nicht mehr da ist.

Max & Philipp: Wie siehst du die TV-Präsenz des Behindertensports?

Lena: Es gibt fast keine TV-Präsenz. Ich glaube, das ist uninteressant für die  Medien. (Anm. d. R: Außer alle vier Jahre zu großen Sportereignissen,  wie den Paralympischen Spielen.)

Max & Philipp: Danke für dieses Gespräch und weiterhin viel Erfolg.

Lena: Bitte, ihr wart sehr angenehme Gesprächspartner.

 

 Nach dem Interview jetzt kurz zu uns:

Ich heiße Max.

Ich bin 15 Jahre alt.

Ich spiele Rollstuhlbasketball.

Ich habe dafür einen extra Rollstuhl.

Der Sport, für den ich zwei Mal in der Woche trainiere, lässt sich mit meiner Spastik in Armen und Beinen sehr gut ausüben. Außerdem regt es meine Durchblutung an.

Man sagt ja immer, Sport verbindet und ich kann das nur bestätigen. Ich habe durch meinen Sport viele neue Kontakte zu Jugendlichen mit Handicap bekommen.

 

Ich heiße Philipp.

Ich bin 14 Jahre alt.

Ich spiele Fußball.

Fußball ist nur ein Hobby von mir, ich spiele nicht im Verein, sondern nur in meiner Freizeit auf dem Fußballplatz mit Kumpels.

Ich habe eine Spastik im ganzen Körper und einen Tremor, das heißt unbeeinflussbare Dauerzuckungen in beiden Händen.

Wir besuchen gemeinsam das Landesbildungszentrum für Körperbehinderte. Unser Sportunterricht ist ganz anders aufgebaut als der Sportunterricht für nichterhinderte Schülerinnen und Schüler, weil es ja klar ist, dass nicht jeder körperlich Beeinträchtigte zum Beispiel Bockspringen kann. Bei uns wird stattdessen mit körpernahen Hilfsmitteln wie Rollbrettern, Sportrollstühlen, Sitz- und Rutschmatten gearbeitet. Selbst Kinder und Jugendliche im E-Rollstuhl nehmen bei uns am Sportunterricht teil. Im Vordergrund steht bei unseren Sportlehrern die Vermittlung von Freude am Bewegen, Kompensationstraining beim Ausfall von Gelenken und Extremitäten oder Muskelverspannungen- oder Lähmungen.

Ganz gleich welche Behinderung – bei uns mach alle Schüler Sport!                Für die meisten von uns ist das eine große Herausforderung, der wir uns aber gerne stellen.

Wir hatten viel Spaß beim Schreiben des Artikels und hoffen, euch macht das Lesen genau so viel Spaß.

 

Autoren:                                                             Interviewpartnerin:

Max Dietrich                                                               Lena
Philipp Schönewerk

Klasse 8a, Landesbildungszentrum für Körperbehinderte Halle

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