Soll das unsere neue Jugend sein?

Ich gehe nach der Schule durch mein Heimatdorf Beuna, laufe durch die Stadt, treffe mich mit meinen Freunden, möchte nur mal meine Freizeit genießen – doch von Genießen kann ich schon gar nicht mehr sprechen. Aus allen Richtungen kommt der Qualm der Zigaretten, der Gestank des Alkohols. Man möchte meinen, das sei doch alles normal. Ja, sicher, das wäre es auch, käme es von Erwachsenen. Aber nein, Fehlanzeige. Es sind fast alle Jugendliche in meinem Alter. Und das sorgt natürlich für Gesprächsstoff bei den Erwachsenen.

Ich sehe vermehrt, wie der Kopf geschüttelt wird, dem Rauchenden ein fragender Blick zugeworfen wird oder dem Gesprächspartner heimlich ein paar wohl eher nicht so freundliche Worte zugeflüstert werden. Und schwupps – sind die Vorurteile vorprogrammiert. „Alle Jugendliche rauchen“ „Die wissen doch gar nicht, was sich gehört.“ „Die Eltern scheint das aber auch nicht zu kümmern, was ihr Kind nach der Schule so treibt. Wenn es überhaupt zur Schule geht!“

Selbstverständlich werden damit wieder alle über einen Kamm geschert. Doch zum Glück gibt es noch Ausnahmen. Es gibt Jugendliche, die meinen, auch ohne Alkohol Spaß haben zu können, sich auch ohne ständigen Nikotinkonsum wohl fühlen zu können.

Viele, die rauchen und Alkohol trinken, tun dies selten mit Personen der gleichen Altersgruppe. Häufig fangen sie überhaupt erst an, um bei den Großen „dazuzugehören“, was meiner Meinung nach völliger Quatsch ist. Sicherlich kann eine Freundschaft zwischen einer 13-Jährigen und einer 17-Jährigen bestehen, jedoch hört für mich diese Freundschaft an dem Punkt auf, an dem die Ältere die Jüngere in Sachen verwickelt, die sie unter Gleichaltrigen vielleicht nicht getan hätte.

Und nun frage ich mich wirklich, wo das alles enden soll? Wie weit soll sich das denn noch entwickeln? Soll es so weit gehen, dass nicht mehr die „harmlosen“ Sachen im Spiel sind, sondern zu härteren Mittelchen gegriffen wird, um die doppelte Dosis Spaß zu bekommen?

Aber dann hört der Spaß doch wirklich auf. Wenn die Menschen, die noch halbe Kinder sind, zugedröhnt irgendwo in der Ecke liegen und selbst nicht mehr bestimmen können, was sie tun oder nicht.

Noch dazu kommt, dass die Eltern davon überhaupt keinen Schimmer haben. Sie vertrauen ihren Kindern blind, wenn diese vorlügen, mit Freunden Eis essen oder ins Schwimmbad zu gehen. Meistens kommen die Jugendlichen gar nicht bis dorthin. Gleich an der nächsten Straßenecke wird die Kippe angesteckt, um doch gleich mal der ganzen Stadt zu zeigen, wie cool man sich doch mit 12 oder 13 fühlen kann.

Wenn ich das sehe, finde ich es eher traurig und gewissermaßen auch abstoßend. Ich habe zwei meiner älteren Freunde gefragt (beide 16 und Nichtraucher) und sie waren der gleichen Meinung. „Ich finde es viel cooler, wenn man gut riecht und nicht ständig den Rauch im Gesicht hat.“, meinte einer der beiden.

Und nun an euch da draußen, die sich angesprochen fühlen: Denkt doch noch einmal genau darüber nach, ob ihr das wirklich wollt. Ob ihr wirklich euren Körper zerstören wollt. Macht doch bitte die Augen auf! Fragt euch selber, was ihr denn damit erreicht.

Und seid ganz ehrlich. Die Antwort lautet: Nichts.

Juliane Suderlau, Herder-Gymnasium Merseburg; Klasse 8b

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